
Atemlexikon A–Z
Begriffe rund um Atmung, Atemphysiologie, Buteyko und funktionelles Atemtraining einfach und verständlich erklärt.
Von alveolärer Ventilation über den Bohr-Effekt bis zur Sauerstoffsättigung: Im Breathe-Wise Atemlexikon findest du physiologische Grundlagen, Begriffe aus dem Atemtraining und wichtige Zusammenhänge rund um Atemregulation und Körperwahrnehmung.
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A
Alkalose
Als Alkalose wird ein Prozess bezeichnet, der den Säure-Basen-Haushalt in Richtung eines höheren pH-Werts verschiebt. Medizinisch wird zwischen respiratorischer und metabolischer Alkalose unterschieden.
Alveoläre Ventilation
Die alveoläre Ventilation beschreibt die Luftmenge, die pro Zeit tatsächlich die belüfteten Lungenbläschen erreicht und damit für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zur Verfügung steht.
Alveoläre Ventilation
Die alveoläre Ventilation beschreibt den Anteil der eingeatmeten Luft, der pro Minute die Lungenbläschen – die Alveolen – erreicht und dort am Gasaustausch teilnehmen kann. Sie …
Alveolen
Winzige Lungenbläschen, in denen der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Atemluft und Blut stattfindet.
Apnoe
Apnoe bezeichnet eine vorübergehende Unterbrechung des Atemflusses. Das Wort geht auf das Griechische zurück: a- bedeutet „ohne“, pnoē „Atem“ oder „Atmung“. Der Begriff beschreibt zunächst nur, …
Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI)
Der Apnoe-Hypopnoe-Index, kurz AHI, gibt an, wie viele Apnoen und Hypopnoen durchschnittlich pro Stunde Schlaf auftreten. Er ist eine zentrale Messgröße bei der Untersuchung schlafbezogener Atmungsstörungen.
Arousal
Das englische Wort arousal bedeutet Aktivierung, Erregung oder Aufweckreaktion. In der Schlafmedizin bezeichnet es eine kurzzeitige Aktivierung des Gehirns, die im Elektroenzephalogramm, kurz EEG, anhand definierter …
Asthma
Asthma ist eine heterogene chronische Erkrankung der Atemwege. Typisch sind wechselnde Beschwerden wie pfeifende Atmung, Atemnot, Engegefühl im Brustkorb und Husten sowie eine variable Einschränkung des …
Atemantrieb
Der Atemantrieb bezeichnet die Gesamtheit der Signale, durch die das Nervensystem die Atmung auslöst und an den jeweiligen Bedarf des Körpers anpasst. Er beeinflusst, wie häufig, …
Atemfrequenz
Die Atemfrequenz beschreibt, wie viele vollständige Atemzüge innerhalb einer Minute stattfinden. Ein Atemzug besteht aus einer Einatmung und einer anschließenden Ausatmung. Die Atemfrequenz ist ein wichtiges …
Atemhaltephase
Atemhaltephasen sind Zeitabschnitte, in denen nach einer Einatmung oder Ausatmung kein Luftstrom stattfindet. Sie können bewusst ausgeführt, spontan entstehen oder krankheitsbedingt auftreten.
Atemminutenvolumen
Das Atemminutenvolumen – auch Minutenventilation genannt – beschreibt die gesamte Luftmenge, die innerhalb einer Minute ein- oder ausgeatmet wird. Es ergibt sich aus zwei Größen: Atemfrequenz …
Atemmuster
Ein Atemmuster beschreibt das wiederkehrende Zusammenspiel von Atemweg, Atemfrequenz, Atemtiefe, Rhythmus und Atembewegung.
Atemnot
Atemnot ist die alltagssprachliche Bezeichnung für Dyspnoe – eine subjektiv empfundene Erschwerung oder Beeinträchtigung der Atmung.
Atemphysiologie
Atemphysiologie beschreibt die Vorgänge, durch die Luft bewegt, Sauerstoff aufgenommen, Kohlendioxid abgegeben und die Atmung reguliert wird. Sie umfasst damit nicht nur das Ein- und Ausatmen, …
Atemrhythmus
Der Atemrhythmus beschreibt die zeitliche Abfolge von Einatmung, Ausatmung und möglichen Atempausen. Er umfasst nicht nur die Atemfrequenz, sondern auch Dauer, Verhältnis und Regelmäßigkeit der einzelnen …
Atemtagebuch
Ein Atemtagebuch nach Buteyko ist ein methodenspezifisches Protokoll, in dem Beobachtungen zur Atmung und zum Übungsverlauf festgehalten werden. Typische Einträge können Kontrollpause, Übungsdauer, Nasen- oder Mundatmung, …
Atemtypen
Der Begriff „Atemtypen“ wird in Medizin, Pflege und Atembeobachtung nicht immer einheitlich verwendet. Er kann normale Atemformen, reflexartige Atemvorgänge, subjektiv erlebte Atembeschwerden oder auffällige Atemmuster bezeichnen. …
Azidose
Als Azidose wird ein Prozess bezeichnet, der den Säure-Basen-Haushalt in Richtung eines niedrigeren pH-Werts verschiebt. Medizinisch wird grundsätzlich zwischen respiratorischer und metabolischer Azidose unterschieden.
B
Baroreflexkopplung
Baroreflexkopplung beschreibt das zeitliche Zusammenspiel zwischen Blutdruckschwankungen, Barorezeptoren, autonomer Herzregulation und häufig auch der Atmung.
Bauchgurt – Buteyko-Belt
Ein Buteyko-Belt ist ein verstellbarer Gurt, der im Bereich der unteren Rippen beziehungsweise des oberen Bauches getragen wird. Er soll eine spürbare Begrenzung oder einen taktilen …
Bluthochdruck
Bluthochdruck, medizinisch arterielle Hypertonie, bezeichnet einen dauerhaft erhöhten Blutdruck im arteriellen Gefäßsystem. Eine einzelne erhöhte Messung reicht für die Diagnose nicht aus, weil Blutdruck natürlicherweise schwankt.
Bohr-Effekt
Der Bohr-Effekt beschreibt einen grundlegenden Zusammenhang der Atemphysiologie: Steigt der Kohlendioxid-Partialdruck und sinkt der pH-Wert im Gewebe, nimmt die Sauerstoffaffinität des Hämoglobins ab. Vereinfacht gesagt kann …
Bradypnoe
Bradypnoe bezeichnet eine für Alter und Situation ungewöhnlich langsame Atemfrequenz. Bei Erwachsenen in Ruhe wird in vielen klinischen Quellen eine Atemfrequenz unter etwa 12 Atemzügen pro …
Buteyko-Grundlagen
Grundlegende Prinzipien der Buteyko-Methode zur Beobachtung und bewussten Regulierung von Atemvolumen, Atemrhythmus und Nasenatmung.
Buteyko-Methode
Die Buteyko-Methode ist ein Atemtrainingsansatz, der auf den ukrainisch-sowjetischen Arzt Konstantin P. Buteyko zurückgeht. Typische Bestandteile moderner Buteyko-Programme sind Nasenatmung, reduzierte Atmung und kontrollierte Atempausen.
C
Chaturanga Pranayama
Der Ausdruck Chaturanga Pranayama wird in einzelnen modernen Yoga-Angeboten für eine vierphasige Atemübung verwendet, häufig ähnlich der sogenannten Box- oder Quadrat-Atmung. Dabei werden Einatmung, Atemhalten, Ausatmung …
Chemorezeptor-Systeme
Chemorezeptor-Systeme sind Teil der automatischen Atemregulation. Sie erfassen chemische Veränderungen, die für die Atmung relevant sind – insbesondere Veränderungen von Kohlendioxid, Wasserstoffionen beziehungsweise pH und Sauerstoff.
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD, ist eine Erkrankung der Lunge mit anhaltenden Atemwegsbeschwerden und einer nicht vollständig reversiblen Einschränkung des Luftstroms.
D
Dysfunktionale Atmung
Dysfunktionale Atmung bezeichnet anhaltende oder wiederkehrende Atemmuster, die nicht angemessen zur jeweiligen Situation passen und mit Beschwerden verbunden sein können.
Dyspnoe
Dyspnoe bezeichnet eine subjektiv empfundene Erschwerung oder Beeinträchtigung der Atmung. Betroffene können sie unter anderem als Luftmangel, Kurzatmigkeit, Engegefühl, erhöhte Atemarbeit, unbefriedigende Einatmung oder Erstickungsgefühl erleben.
E
Exspiratorisches Reservevolumen
Luftmenge, die nach einer normalen Ausatmung zusätzlich maximal ausgeatmet werden kann.
F
Fatigue
Fatigue bezeichnet eine ausgeprägte körperliche, geistige oder emotionale Erschöpfung beziehungsweise einen Mangel an Energie. Der Begriff ist weiter gefasst als normale Müdigkeit und kann die alltägliche …
Funktionale Atmung
Funktionale Atmung bezeichnet ein Atemmuster, das den aktuellen Anforderungen des Körpers entspricht und sich flexibel an Ruhe, Sprache, Bewegung, Belastung und Erholung anpassen kann. Sie ist …
H
Hämoglobinkonzentration
Die Hämoglobinkonzentration beschreibt, wie viel Hämoglobin in einem bestimmten Blutvolumen enthalten ist. Sie wird meist in Gramm pro Deziliter oder Gramm pro Liter angegeben.
Hatha Yoga
Hatha Yoga bezeichnet historische Yogatraditionen, in denen körperbezogene Methoden wie Körperhaltungen, Atemregulation, Atemverhaltung, Verschlüsse und Reinigungspraktiken eine wichtige Rolle spielen. Viele heutige Yogastile greifen Elemente daraus …
Hatha Yoga Pradipika
Die Hatha Yoga Pradipika – in der aktuellen Forschung häufig kürzer Haṭhapradīpikā genannt – ist einer der einflussreichsten Sanskrittexte des vormodernen Hatha Yoga. Sie wurde von …
Herzzeitvolumen
Das Herzzeitvolumen beschreibt die Blutmenge, die das Herz innerhalb einer Minute in den Kreislauf pumpt. Es wird meist in Litern pro Minute angegeben.
Holotropes Atmen
Holotropes Atmen nach Stanislav und Christina Grof verbindet beschleunigte Atmung, Musik, Begleitung und Integration zur Erforschung außergewöhnlicher Bewusstseinszustände.
HRV-Biofeedback
HRV-Biofeedback ist ein Trainingsverfahren, bei dem die Herzfrequenzvariabilität und häufig auch die Atmung in Echtzeit sichtbar oder hörbar gemacht werden. Die Rückmeldung soll helfen, einen ruhigen …
Hyperkapnie
Hyperkapnie bezeichnet einen erhöhten Kohlendioxid-Partialdruck (CO₂) im arteriellen Blut. In medizinischen Fachquellen wird häufig ein PaCO₂ über etwa 45 mmHg als Hyperkapnie eingeordnet. Sie entsteht, wenn …
Hyperventilation
Hyperventilation bedeutet, dass die Belüftung der Lunge höher ist, als es die aktuelle Kohlendioxidproduktion des Stoffwechsels erfordert. Dadurch wird mehr CO₂ abgeatmet, als neu entsteht, und …
Hyperventilation (willentlich)
Willentliche Hyperventilation bezeichnet eine bewusst herbeigeführte Atmung, bei der die Ventilation den aktuellen Stoffwechselbedarf übersteigt. Dabei wird mehr Kohlendioxid abgeatmet, als der Körper in diesem Moment …
Hyperventilationssyndrom
Das Hyperventilationssyndrom ist eine klinische Bezeichnung für ein Beschwerdebild, bei dem eine unangemessen erhöhte Ventilation mit Atemnot und weiteren körperlichen Symptomen verbunden sein kann. Es kann …
Hypokapnie
Hypokapnie bezeichnet einen erniedrigten Kohlendioxid-Partialdruck (CO₂) im Blut. Vereinfacht gesagt: Der Körper gibt über die Atmung mehr Kohlendioxid ab, als im Verhältnis zum aktuellen Stoffwechsel anfällt. …
Hypopnoe
Eine Hypopnoe ist im schlafmedizinischen Zusammenhang eine vorübergehende, messbare Verminderung des Atemflusses während des Schlafs. Sie ist weniger vollständig als eine Apnoe, bei der der Atemfluss …
Hypoxämie
Hypoxämie bezeichnet einen abnorm niedrigen Sauerstoffstatus im arteriellen Blut, insbesondere einen erniedrigten arteriellen Sauerstoffpartialdruck (PaO₂). Der Begriff bezieht sich damit auf das Blut und nicht unmittelbar …
Hypoxie
Hypoxie bezeichnet eine unzureichende Sauerstoffverfügbarkeit auf Gewebe- oder Zellebene im Verhältnis zum jeweiligen Bedarf.
Hypoxische Trainingsreize
Hypoxische Trainingsreize entstehen, wenn Training oder wiederholte Exposition unter Bedingungen mit vermindertem Sauerstoffangebot erfolgt. Das kann in natürlicher Höhe, in einer Hypoxiekammer oder über technische Systeme …
I
Inspiratorisches Reservevolumen
Luftmenge, die nach einer normalen Einatmung zusätzlich maximal eingeatmet werden kann.
K
Kardiorespiratorische Resonanzfrequenz
Die kardiorespiratorische Resonanzfrequenz bezeichnet einen individuellen langsamen Atemrhythmus, bei dem sich atemabhängige Schwankungen von Herzfrequenz, Blutdruck und Baroreflex besonders deutlich gegenseitig verstärken können.
Kohärente Atmung
Kohärente Atmung bezeichnet eine gleichmäßige, langsame Atemweise von meist etwa fünf bis sechs Atemzügen pro Minute.
Kohlendioxid
Kohlendioxid, kurz CO₂, entsteht fortlaufend im Zellstoffwechsel. Es wird über das Blut zur Lunge transportiert und mit der Ausatmung abgegeben. Obwohl CO₂ häufig nur als „Abfallgas“ …
Kontrollpause (CP)
Die Kontrollpause, häufig mit CP oder im Deutschen mit KP abgekürzt, ist ein kurzer Atemanhaltetest aus der Buteyko-Methode. Nach einer normalen, ruhigen Ausatmung wird die Atmung …
Kumbhaka
Kumbhaka bezeichnet im Yoga die bewusste Atemverhaltung beziehungsweise Atempause. Je nach Übung kann sie nach der Einatmung, nach der Ausatmung oder innerhalb komplexerer Pranayama-Abläufe vorkommen.
Kussmaul-Atmung
Die Kussmaul-Atmung ist ein auffallend tiefes, regelmäßiges und häufig beschleunigtes Atemmuster. Sie entsteht als körperliche Kompensationsreaktion bei einer ausgeprägten metabolischen Azidose: Durch die verstärkte Abatmung von …
L
Lippenbremse
Die Lippenbremse ist eine Atemtechnik, bei der durch die Nase eingeatmet und anschließend langsam durch locker gespitzte Lippen ausgeatmet wird. Die Lippenöffnung erzeugt einen leichten Widerstand …
Long COVID
Long COVID ist ein Sammelbegriff für gesundheitliche Beschwerden, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 fortbestehen oder neu auftreten. Die Weltgesundheitsorganisation verwendet den Begriff „Post COVID-19 condition“ …
Lufthunger
Lufthunger bezeichnet das unangenehme, drängende Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen oder unbedingt stärker atmen zu müssen. In der Medizin gilt Lufthunger als eine besondere Empfindungsqualität …
Lungenemphysem
Ein Lungenemphysem ist eine strukturelle Veränderung des Lungengewebes, bei der Wände zwischen Lungenbläschen (Alveolen) geschädigt oder zerstört werden. Dadurch entstehen größere Lufträume, die elastische Rückstellkraft nimmt …
Lungenvolumen
Lungenvolumen bezeichnet unterschiedliche Luftmengen, die sich während verschiedener Phasen der Atmung in der Lunge befinden oder bewegt werden. Dazu gehören beispielsweise Atemzugvolumen, inspiratorisches und exspiratorisches Reservevolumen …
Lungenvolumen
Das Lungenvolumen beschreibt, wie viel Luft sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Atemzyklus in der Lunge befindet oder zusätzlich ein- beziehungsweise ausgeatmet werden kann. In der Lungenfunktionsdiagnostik …
N
Nächtlicher Harndrang
Nächtlicher Harndrang mit nächtlichem Wasserlassen wird medizinisch als Nykturie bezeichnet. Gemeint ist das Aufwachen während der Hauptschlafphase, um Wasser zu lassen. Nykturie ist zunächst ein Symptom …
Nasenatmung
Nasenatmung bedeutet, dass die Atemluft überwiegend über die Nase ein- und ausströmt. Die Nase ist dabei nicht nur ein Durchgang. Sie ist Teil der oberen Atemwege …
Nasenpflaster
Als Nasenpflaster werden meist selbstklebende äußere Nasendilatatoren bezeichnet. Elastische Streifen auf dem Nasenrücken ziehen die seitlichen Nasenwände leicht nach außen und können dadurch den Bereich der …
O
Obstruktive Schlafapnoe (OSA)
Die obstruktive Schlafapnoe, kurz OSA, ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Während des Schlafs verengen oder verschließen sich die oberen Atemwege wiederholt, obwohl der Körper weiterhin Atemarbeit leistet.
P
Panikattacke
Eine Panikattacke ist eine plötzlich einsetzende Phase intensiver Angst oder starken Unbehagens. Häufig treten körperliche Symptome wie Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Schwindel, Engegefühl, Atemnot oder Kribbeln hinzu.
Paradoxe Atmung
Paradoxe Atmung bezeichnet eine Atembewegung, die der normalerweise erwarteten Bewegungsrichtung entgegenläuft. Dabei kann sich beispielsweise die Bauchwand während der Einatmung nach innen ziehen, obwohl sie sich …
Partialdruck
Der Partialdruck beschreibt den Druckanteil, den ein einzelnes Gas innerhalb eines Gasgemisches ausübt. In der Atemphysiologie wird der Begriff vor allem für Sauerstoff und Kohlendioxid verwendet …
Polysomnographie
Die Polysomnographie, kurz PSG, ist eine mehrkanalige Untersuchung des Schlafs. Der Begriff verbindet griechisch poly für „viel“, lateinisch somnus für „Schlaf“ und griechisch graphein für „schreiben“ …
Post-exertionelle Symptomverschlechterung
Die post-exertionelle Symptomverschlechterung (PEM/PESE) beschreibt eine unverhältnismäßige Zunahme von Beschwerden nach körperlicher, geistiger, emotionaler oder sensorischer Belastung. International werden dafür unter anderem die Abkürzungen PEM (post-exertional …
Prana
Prana ist ein zentraler Begriff indischer Yoga- und Denktraditionen. Je nach Text und Zusammenhang kann er Atem, Lebenshauch, Lebenskraft oder ein ordnendes Lebensprinzip bezeichnen.
Pranayama
Pranayama bezeichnet eine Gruppe yogischer Atempraktiken, bei denen der Atem bewusst gestaltet wird. Je nach Tradition und Übung können Atemfrequenz, Atemtiefe, das Verhältnis von Ein- und …
Pulsoximeter
Ein Pulsoximeter ist ein nicht invasives Messgerät, das meist am Finger angebracht wird. Es schätzt die periphere arterielle Sauerstoffsättigung als SpO₂ und zeigt häufig zusätzlich die …
R
Rebirthing
Rebirthing nach Leonard Orr nutzt bewusste verbundene Atmung, bei der Ein- und Ausatmung ohne absichtliche Pause ineinander übergehen.
Rechts-links-Shunt
Bei einem Rechts-links-Shunt gelangt sauerstoffärmeres Blut aus dem venösen Kreislauf auf die arterielle Seite, ohne zuvor vollständig an belüfteten Alveolen am Gasaustausch teilgenommen zu haben.
Reduzierte Atmung
„Reduzierte Atmung“ ist kein einheitlich definierter medizinischer Diagnosebegriff. Im Atemtraining, besonders im Buteyko-Kontext, beschreibt er meist eine bewusste Verringerung der Atemmenge beziehungsweise Ventilation.
Residualkapazität
Der Ausdruck Residualkapazität wird im Alltag gelegentlich für die Luftmenge verwendet, die nach einer Ausatmung in der Lunge verbleibt. Fachlich ist die Bezeichnung jedoch nicht eindeutig …
Residualvolumen
Das Residualvolumen ist die Luftmenge, die selbst nach einer maximal möglichen Ausatmung in der Lunge verbleibt. Diese Luft kann willentlich nicht vollständig ausgeatmet werden.
Resonanzatmung
Resonanzatmung bezeichnet eine langsame, gleichmäßige Atemweise nahe der individuellen kardiorespiratorischen Resonanzfrequenz. In diesem Bereich können sich Atemrhythmus, Herzfrequenzschwankungen, Blutdruckwellen und Baroreflex besonders deutlich miteinander koppeln.
Respiratorische Alkalose
Eine respiratorische Alkalose ist eine Säure-Basen-Störung, bei der der Kohlendioxid-Partialdruck im arteriellen Blut primär abfällt. Ursache ist eine im Verhältnis zur CO₂-Produktion erhöhte alveoläre Ventilation – …
Respiratorische Sinusarrhythmie
Die respiratorische Sinusarrhythmie, kurz RSA, bezeichnet die rhythmische Veränderung der Herzfrequenz im Zusammenhang mit der Atmung. Bei vielen Menschen wird der Herzschlag während der Einatmung schneller …
Respiratory Event Index (REI)
Der Respiratory Event Index, kurz REI, ist eine Kennzahl aus der ambulanten Schlafapnoe-Diagnostik. Der englische Begriff bedeutet sinngemäß „Index der Atemereignisse“. Er gibt an, wie viele …
S
Sauerstoffpartialdruck
Der Sauerstoffpartialdruck beschreibt den Anteil des Gesamtdrucks, der auf Sauerstoff entfällt. In der Atemphysiologie wird er unter anderem für eingeatmete Luft, Alveolarluft, arterielles und venöses Blut …
Sauerstoffsättigung
Die Sauerstoffsättigung beschreibt den Anteil des Hämoglobins im Blut, dessen Sauerstoff-Bindungsstellen mit Sauerstoff besetzt sind. Sie wird in Prozent angegeben.
Sauerstofftransportkapazität
Die Sauerstofftransportkapazität beschreibt, wie viel Sauerstoff das Blut aufnehmen und transportieren kann. Der größte Teil des Sauerstoffs ist an Hämoglobin in den roten Blutkörperchen gebunden; nur …
Säure-Basen-Störungen
Säure-Basen-Störungen sind Veränderungen der physiologischen Regulation, durch die sich das Säure-Basen-Gleichgewicht des Körpers verschiebt. Medizinisch werden vier grundlegende Formen unterschieden: metabolische Azidose, metabolische Alkalose, respiratorische Azidose …
Shamanic Breathwork
Shamanic Breathwork verbindet intensive oder verbundene Atmung häufig mit Musik, Ritualelementen, inneren Bildern und spiritueller Integration.
Spirometrie
Die Spirometrie ist eine standardisierte Untersuchung der Lungenfunktion. Dabei atmet eine Person über ein Mundstück in ein Messgerät, das Luftvolumen und Luftstrom während definierter Atemmanöver erfasst.
Splinting
Splinting bedeutet wörtlich etwa Schienen, Fixieren oder Stabilisieren. Im medizinischen Kontext beschreibt der Begriff häufig eine bewusste oder unbewusste Schutzspannung, mit der ein schmerzhafter Körperbereich ruhig …
Stickstoff
Stickstoff ist ein chemisches Element. In der Atemluft liegt er überwiegend als molekularer Stickstoff (N₂) vor und macht rund 78 Prozent der trockenen atmosphärischen Luft aus. …
Stickstoffmonoxid
Stickstoffmonoxid (NO), kurz NO, ist ein kurzlebiges gasförmiges Signalmolekül, das der menschliche Körper selbst bildet. Es ist an zahlreichen Regulationsvorgängen beteiligt, unter anderem an der Weitstellung …
T
Tachypnoe
Tachypnoe bezeichnet eine im jeweiligen Kontext ungewöhnlich hohe Atemfrequenz. Für Erwachsene in Ruhe wird häufig ein Bereich von etwa 12 bis 20 Atemzügen pro Minute als …
Taping
Mit „Taping“ ist im Zusammenhang mit Atemtraining meist das teilweise oder vollständige Abkleben der Lippen gemeint, um die Mundöffnung während Ruhe oder Schlaf zu begrenzen. Häufig …
Thunderstorm-Astma
Thunderstorm-Astma, auf Deutsch häufig Gewitterasthma genannt, beschreibt eine seltene Situation, in der während oder kurz nach bestimmten Gewittern ungewöhnlich viele Menschen akute Asthmabeschwerden entwickeln und medizinische …
Totraumvolumen
Das Totraumvolumen bezeichnet die Luftmenge eines Atemzugs, die nicht am unmittelbaren Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid mit dem Blut teilnimmt. Der Begriff beschreibt damit keinen funktionslosen …
V
Vagusnerv
Bedeutender Hirnnerv, der an der Regulation von Atmung, Herzschlag, Verdauung und körperlicher Entspannung beteiligt ist.
Ventilations-Perfusions-Verhältnis
Das Ventilations-Perfusions-Verhältnis beschreibt das Verhältnis zwischen alveolärer Ventilation und pulmonaler Perfusion. Es wird häufig als V/Q-Verhältnis geschrieben: V steht für die Belüftung der Alveolen, Q für …
W
Wechselatmung
Nadi Shodhana ist eine yogische Atemtechnik, bei der die Luft abwechselnd durch das linke und rechte Nasenloch geführt wird. Im Deutschen wird sie häufig Wechselatmung genannt.
Wim-Hof-Atmung
Die Wim-Hof-Atmung kombiniert Serien tiefer Atemzüge mit einer Atempause nach der Ausatmung und einem anschließenden Erholungsatemzug.
Z
Zentrale Atemregulation
Die zentrale Atemregulation bezeichnet die neuronale Steuerung des Atemrhythmus und die fortlaufende Anpassung der Atmung an den aktuellen Bedarf des Körpers. Dabei arbeiten Atemnetzwerke im Hirnstamm …
Zwerchfell
Das Zwerchfell ist eine kuppelförmige Muskel-Sehnen-Platte zwischen Brust- und Bauchraum. Es ist der wichtigste Muskel der ruhigen Einatmung.
Zwerchfell
Wichtigster Atemmuskel, der durch seine Bewegung den Brustraum erweitert und die Einatmung unterstützt.
Zwerchfellbruch
Ein Zwerchfellbruch ist eine Hernie im Bereich des Zwerchfells. Hernie bezeichnet das Hervortreten von Gewebe oder Organanteilen durch eine natürliche oder erworbene Öffnung. Besonders häufig ist …
Zyanose
Zyanose bezeichnet eine bläuliche bis blau-violette Verfärbung von Haut oder Schleimhäuten. Sie ist ein sichtbares Zeichen und keine eigenständige Diagnose.
Vom Begriff zum Zusammenhang
Das Glossar liefert dir kurze Definitionen. Im Atemblog nehme ich dich anschließend mit in die größeren Zusammenhänge und zeige dir, wie die einzelnen Begriffe im Alltag, im Atemtraining und im Nervensystem zusammenwirken.
Dort findest du vertiefende Beiträge rund um Atemtraining, Buteyko, CO₂-Toleranz, Nervensystem, Stressregulation und die praktische Anwendung im Alltag.
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