Dysfunktionale Atmung bezeichnet anhaltende oder wiederkehrende Atemmuster, die nicht angemessen zur jeweiligen Situation passen und mit Beschwerden verbunden sein können.
Der Begriff umfasst Veränderungen von Atemweg, Atembewegung, Rhythmus, Ventilation und Atemwahrnehmung. Dysfunktionale Atmung ist nicht automatisch mit Hyperventilation gleichzusetzen.
Mögliche Einflussfaktoren
Dysfunktionale Atemmuster entstehen meist nicht durch einen einzelnen Auslöser. Körperliche, psychische, verhaltensbezogene und umweltbedingte Faktoren können sich gegenseitig beeinflussen und ein Atemmuster über längere Zeit prägen.
- Stress und emotionale Belastung: Anspannung, Sorgen, Angst, Erwartungsdruck oder belastende Erfahrungen können Atemfrequenz, Atemtiefe und Muskelspannung verändern.
- Erlernte Atemgewohnheiten: Häufiges tiefes Luftholen, Seufzen, Luftschnappen, unbewusstes Atemanhalten, Mundatmung oder ein angespanntes Sprechmuster können sich verfestigen.
- Körperliche und gesundheitliche Faktoren: Schmerzen, Atemwegserkrankungen, eingeschränkte Nasenatmung, körperliche Dekonditionierung, Operationen oder eine ungünstige Atemmechanik können die Atmung beeinflussen.
- Alltag und Umgebung: Langes Sitzen, geringe Bewegung, hohe Sprechbelastung, schlechte Luftqualität, Wärme, trockene Raumluft oder stimulierende Substanzen können das Atemverhalten verändern.
Wichtig: Diese Faktoren sind keine Beweise für eine Atemmusterstörung. Entscheidend ist, ob Auffälligkeiten regelmäßig auftreten, Beschwerden begleiten und die Anpassung an Ruhe, Belastung und Erholung beeinträchtigen.
Ausführliche Einordnung
Wie funktionale und dysfunktionale Atemmuster unterschieden, fachlich eingeordnet und im Buteyko-Kontext betrachtet werden, erläutert der Glossarbeitrag „Funktionale Atmung“.
