Nasenatmung

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Mehr als nur Luft durch die Nase

Kurze Definition

Nasenatmung bedeutet, dass die Atemluft überwiegend über die Nase ein- und ausströmt. Die Nase ist dabei nicht nur ein Durchgang. Sie ist Teil der oberen Atemwege und beeinflusst die einströmende Luft durch Erwärmung, Befeuchtung und Filterung.

Die Nasenwege erzeugen zudem einen anderen Strömungswiderstand als die Mundhöhle. In Nase und Nasennebenhöhlen wird Stickstoffmonoxid (NO) gebildet, das bei nasaler Einatmung in die inspirierte Luft gelangen kann.

Ob ein Mensch problemlos durch die Nase atmen kann, hängt auch von Anatomie, Schleimhaut, Entzündungen, Allergien und weiteren Faktoren ab.

Bedeutung im Atemtraining

Für funktionelles Atemtraining und Buteyko ist Nasenatmung ein zentraler Grundlagenbegriff. In Ruhe und bei leichter Belastung wird häufig beobachtet, ob die Atmung stabil über die Nase möglich ist und wie sich das Atemmuster dabei verändert.

Die Nase kann durch ihren Strömungswiderstand das Atemgefühl und den Luftstrom beeinflussen. Gleichzeitig verbindet sie die Atmung mit Geruchssinn, Schleimhaut und den oberen Atemwegen. Im Buteyko-Kontext gehört Nasenatmung typischerweise zum methodischen Gesamtpaket.

Einordnung und Missverständnisse

Nasenatmung ist nicht in jeder Situation zwingend die einzige physiologisch sinnvolle Atemform. Bei hoher körperlicher Belastung kann die Mundatmung zusätzlich zum Lufttransport beitragen.

Ebenso sollte eine deutlich behinderte Nasenatmung nicht einfach mit Willenskraft übergangen werden. Allergische Rhinitis, strukturelle Engstellen oder andere Ursachen können eine medizinische Einordnung benötigen.

Die Aussage „Nasenatmung macht automatisch mehr Sauerstoff im Blut“ ist ebenfalls zu grob. Sauerstoffsättigung und Gewebeversorgung hängen von mehreren physiologischen Faktoren ab.

Kurz gesagt: Die Nase konditioniert die Atemluft und ist Teil der normalen Atemphysiologie. Nasenatmung ist im Atemtraining wichtig – aber sie ist kein Beweis für ein gesundes Atemmuster und kein Ersatz für die Abklärung einer dauerhaft behinderten Nasenatmung.

Praktischer Bezug zu Breathe-Wise

Bei Breathe-Wise beginnen wir mit einer einfachen Beobachtung: Ist deine Nasenatmung in Ruhe leise und ohne deutliche Anstrengung möglich?

Wir erzwingen dabei nichts. Eine Nase, die sich dauerhaft blockiert anfühlt, liefert Information. Ein Mund, der sich unter Stress oder leichter Belastung sofort öffnet, liefert ebenfalls Information. Nasenatmung wird so nicht zum Dogma, sondern zu einem Teil der Atemwahrnehmung.

Dieser Glossarbeitrag dient der allgemeinen Wissensvermittlung rund um Atmung, Atemtraining und Körperwahrnehmung. Er stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie dar und ersetzt keine ärztliche Abklärung. Es werden keine Heilversprechen abgegeben.

Quellen & weiterführende Informationen

Verknüpfte Begriffe im Atemlexikon

Stickstoffmonoxid

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