Taping beim Atemtraining – Mundtaping zwischen Nasenatmung und Sicherheitsfragen
Kurze Definition
Mit „Taping“ ist im Zusammenhang mit Atemtraining meist das teilweise oder vollständige Abkleben der Lippen gemeint, um die Mundöffnung während Ruhe oder Schlaf zu begrenzen. Häufig wird dafür auch der Begriff Mundtaping oder Mouth Taping verwendet. Die Idee dahinter ist, die Nasenatmung zu begünstigen.
Bedeutung im Atemtraining
Für funktionelles Atemtraining ist Taping relevant, weil es die Frage aufwirft, wie stabil Nasenatmung außerhalb einer bewusst geführten Übung tatsächlich ist. Tagsüber lässt sich die Mundposition bewusst beobachten. Im Schlaf ist diese Kontrolle deutlich eingeschränkt.
Einzelne kleine Studien untersuchten Mundtaping bei ausgewählten Gruppen, beispielsweise Menschen mit Mundatmung und milder obstruktiver Schlafapnoe.
Eine systematische Übersichtsarbeit von 2025 bewertete die vorhandene Forschung als klein und uneinheitlich und hob mögliche Risiken bei unkritischer Anwendung hervor – insbesondere, wenn eine nasale Obstruktion besteht.
Einordnung und Missverständnisse
„Mund zu = automatisch gesunde Nasenatmung“ ist zu einfach. Wenn die Nase relevant verengt oder blockiert ist, kann Mundatmung ein Ausweichweg sein. Ein mechanisches Verschließen des Mundes löst die Ursache einer nasalen Behinderung nicht.
Wichtig: Mundtaping ist kein Universaltrick. Bei behinderter Nasenatmung oder anderen medizinisch relevanten Atembeschwerden ist eine fachliche Abklärung wichtiger als das eigenständige Verschließen des Mundes.
Praktischer Bezug zu Breathe-Wise
Bei Breathe-Wise steht vor einem Hilfsmittel immer die Beobachtung. Ist die Nase frei? Warum öffnet sich der Mund? Passiert es nur unter Belastung, in Ruhe oder nachts? Gibt es Schnarchen, auffällige Atempausen oder deutliche Tagesmüdigkeit?
Taping kann deshalb nicht isoliert als „Hack“ betrachtet werden. Die eigentliche Frage lautet: Was zeigt uns das Atemmuster?
Dieser Glossarbeitrag dient der allgemeinen Wissensvermittlung rund um Atmung, Atemtraining und Körperwahrnehmung. Er stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie dar und ersetzt keine ärztliche Abklärung. Es werden keine Heilversprechen abgegeben.
Quellen & weiterführende Informationen
- Rhee et al. – Breaking social media fads and uncovering the safety and efficacy of mouth taping
- Yang et al. – Mouth Closure and Airflow in Patients With Obstructive Sleep Apnea
- Lee et al. – The Impact of Mouth-Taping in Mouth-Breathers with Mild Obstructive Sleep Apnea
- Cooper et al. – Effect of mouth taping at night on asthma control
