Polysomnographie

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Die umfassende Messung von Schlaf und Atmung

Kurze Definition

Die Polysomnographie, kurz PSG, ist eine mehrkanalige Untersuchung des Schlafs. Der Begriff verbindet griechisch poly für „viel“, lateinisch somnus für „Schlaf“ und griechisch graphein für „schreiben“ oder „aufzeichnen“. Gemeint ist also die Aufzeichnung vieler Schlafparameter.

Bei einer vollständigen Polysomnographie werden typischerweise Hirnströme, Augenbewegungen, Muskelaktivität, Herzaktivität, Atemfluss, Atemanstrengung, Sauerstoffsättigung, Körperlage und häufig auch Beinbewegungen sowie Schnarchgeräusche erfasst.

Durch EEG, Augen- und Muskelableitungen kann zwischen Wachsein und Schlaf sowie zwischen Schlafstadien unterschieden werden. Dadurch lassen sich Atemereignisse auf die tatsächliche Schlafzeit beziehen.

Bedeutung im Atemtraining

Für Atemtraining ist die Polysomnographie relevant, weil sie zeigt, wo die Grenze der bewussten Selbstbeobachtung liegt. Nächtliche Apnoen, Hypopnoen, Arousals und Schlafstadien können nicht zuverlässig aus dem Atemgefühl am Tag abgeleitet werden.

Die PSG gilt als zentrale Referenzmethode für die Diagnostik schlafbezogener Atmungsstörungen. Sie kann außerdem Hinweise auf andere Schlafstörungen liefern.

Ein Atemtagebuch, eine Smartwatch oder eine mobile Pulsoximetrie können ergänzende Informationen liefern, bilden aber nicht denselben Umfang an physiologischen Signalen ab.

Einordnung und Missverständnisse

Polysomnographie und respiratorische Polygraphie sind nicht dasselbe. Viele ambulante Geräte messen Atmung, Sauerstoff, Puls und Körperlage, erfassen aber keine vollständige Schlafstadienbestimmung über EEG, EOG und EMG.

Eine einzelne Nacht ist eine wichtige Stichprobe, aber Schlaf und schlafbezogene Atmungsstörungen können von Nacht zu Nacht variieren. Ergebnisse werden deshalb immer zusammen mit Beschwerden und medizinischer Vorgeschichte beurteilt.

Auch ein unauffälliger Consumer-Tracker schließt eine Schlafstörung nicht aus.

Medizinische Einordnung: Eine Polysomnographie ist eine diagnostische Untersuchung. Sie sollte fachlich ausgewertet werden; einzelne Kurven oder Kennzahlen sind ohne den Gesamtbefund leicht misszuverstehen.

Praktischer Bezug zu Breathe-Wise

Bei Breathe-Wise betrachten wir die PSG nicht als Gegensatz zur Atemwahrnehmung, sondern als andere Ebene des Wissens.

Tagsüber kann ein Mensch sein Atemmuster beobachten und trainieren. Nachts braucht es bei begründetem Verdacht geeignete Messtechnik, um Schlaf, Atemfluss und Körperreaktionen objektiv einzuordnen.

Dieser Glossarbeitrag dient der allgemeinen Wissensvermittlung rund um Atmung, Atemtraining und Körperwahrnehmung. Er stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie dar und ersetzt keine ärztliche Abklärung. Es werden keine Heilversprechen abgegeben.

Quellen & weiterführende Informationen

Verknüpfte Begriffe im Atemlexikon

Apnoen Arousals Hypopnoen

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